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Die doppelte Moral Amerikas - Irak Katastrophe
Unsere Wertvorstellungen werden in der Dritten Welt keine Anerkennung
finden, bis der offen praktizierten Doppelzüngigkeit und Parteilichkeit
seitens der USA Einhalt geboten wird. Und wir haben im Westen grossartige
Werte, die unzweifelhaft verteidigungswert sind. Wenn wir aber gegenüber
der islamischen und übrigen Welt glaubwürdig auftreten wollen,
dann müssen Europa und andere zivilisierte Staaten zusammen mit den
einsichtigen Bürgern der Vereinigten Staaten, Amerika in seinem künstlich
geschaffenen Verfolgungswahn bremsen.
Was
uns schon im Kindesalter im Religionsunterricht eingebläut wird,
bleibt tief im Unterbewussten haften. Der intersemitische Hass zwischen
Juden und Arabern spricht für sich. Israels Staatsterror gegen seinen
schwachen Nachbarn Libanon, ein Land mit gespaltener Souveränität,
das die militante Hisbollah niemals unter Kontrolle bringen kann, spricht
eine klare Sprache. Aufgepasst, auch die Amerikaner können trotz
ihrer milliardenteuren Präsenz im Irak keinesfalls verhindern, dass
gerade jetzt im Sommer und Herbst 2006 täglich rund 100 Menschen,
die meisten davon durch Folter getötet werden. Der religiös
fundierte Hass ist unfassbar und auch Israel ist ein tristes Beispiel,
wie in kurzer Zeit aus ehemaligen Opfern eine Generation von Tätern
entstand: siehe Religiöse
Verblendung
Eigentlich müsste das irakische Volk den Amerikanern auf Knien danken,
endlich vom Sadisten-Diktator Saddam Hussein befreit zu sein. Am Schweizer-
und Deutschen Fernsehen wurden nach dem US-Einmarsch Iraker gezeigt, die
von ihren Erlebnissen berichteten, wie sie zu Dreissig in einer 20-Quadratmeterzelle
eingepfercht waren. Sie berichteten von offenen Folterungen bis und mit
Eintritt des Todes. Hoffentlich gelingt es den Amerikanern wenigstens
dieses Mal, die Verantwortlichen korrekt zu bestrafen und kein juristisches
und ausuferndes Affentheater zu veranstalten.
Nachdem
diese Dilettanten aber nicht mal fähig waren, die Spitäler und
das Nationalmuseum von Bagdad mit seinen unersetzbaren Kunstschätzen
einer der ältesten Weltkulturen zu schützen; nicht mal verhindern
konnten, dass die Nationalbibliothek nach dem Fall des Regimes in Bagdad
niedergebrannt wurde, wird von dieser Befreiernation nicht mehr viel erwartet.
Es dürfte aber interessant sein, das Wehklagen der Amerikaner zu
hören, sollten bei einem allfälligen Attentat beispielsweise
die Smithsonian Museen in Washington, die Frick Collection in New York
oder andere unersetzbare Kulturgüter zerstört werden.
Die Amerikaner haben es tatsächlich geschafft, trotz offiziellem
Sieg und der am Fernsehen propagierten Befreiung kam bei den "Befreiten"
verdammt wenig Freude auf. Kein tiefes Gefühl der Sympathie und des
Dankes wallt den Yankees entgegen, wie es wirklich angebracht sein müsste,
wenn ein Volk von "Idealisten" 100 Milliarden Dollars zur Befreiung
von Andersgläubigen aufwirft. Im Irak herrscht nach dem Sieg der
Amerikaner die reine Anarchie. Frauen gehen nicht mehr auf die Strasse,
geschweige zur Arbeit, weil sie verschleppt und vergewaltigt werden. Der
frustrierte Mann, Frau oder Bürger schreit in die Kameras: "Ist
das die Demokratie, die ihr uns gebracht habt?"
Das irakische Volk hat vor der US-Befreiungsoffensive während Jahren
am Fernsehen mitverfolgt, welch traurige und ambivalente Politik die USA
im Nahen Osten betrieb. Sicherlich wurde dieser Sachverhalt von der Propaganda
des irakischen Fernsehens auch noch entsprechend angeheizt und kultiviert.
Aber eine Tatsache lässt sich einfach nicht abstreiten oder wegdiskutieren:
Israel und die jüdischen Interessengruppen besitzen eine immense
Macht und haben ein einzigartiges Beziehungsnetz in den USA aufgebaut.
Ohne deren Absegnung und Unterstützung wird kein Kandidat Präsident
oder Vizepräsident, nicht mal Senator in den wichtigen Bundesstaaten.
Wer
sich diese Kreise nicht aktiv zum Freunde macht, wird automatisch als
feindlich und inopportun eingestuft und mit der geballten Macht der ihnen
zur Verfügung dienenden Medien offen bekämpft. Der politische
Helfersknecht wird dagegen belohnt, sei es mit grosszügiger finanzieller
Unterstützung oder der Förderung durch ein politisches und gesellschaftliches
Netzwerk, das Seinesgleichen sucht.
Aus diesem Grunde werden die Interessen der Palästinenser immer vernachlässigt,
korrekterweise sollte man sagen, mit Füssen getreten. Ein US-Politiker
mit nationalen Ambitionen überlegt sich zweimal, besser gesagt dreimal,
ob er einem Palästinenser die Hand schüttelt. Denn schon eine
einzige Foto mit zwei lächelnden Gesichtern, versehen mit einem bissigen
und zynischem Text, wird zur tödlichen Waffe im politischen Überlebenskampf.
In den USA wird tatsächlich Weltpolitik betrieben, doch es geht hier
nicht um Anstand und Ethik sondern lediglich um die konsequente Vertretung
von Interessengruppen, die sich um demokratische Prinzipien und Gerechtigkeit
einen Dreck scheren.
Nicht mal den Versuch eines echten Anlaufs wird in der US-Nahostpolitik
erkenntlich. Jedes neue Vertragswerk wird an grotesk unrealistische Voraussetzungen
gebunden. Denn der grösste Ignorant weiss, sture Vorbedingungen wie
das absolute Verbot von Selbstmordattentaten, bringen jedes Vertragswerke
innerhalb von 48 Stunden zu Fall. Gegner einer Friedenslösung auf
der Palästinenserseite können folglich mit Selbstmordattentaten
den Friedensprozess unverzüglich stoppen. Selbst wenn die palästinensischen
Behörden den allerbesten Willen aufbrächten - was in der Praxis
leider nicht der Fall ist - wäre es ein Ding der Unmöglichkeit,
alle Fanatiker in den Griff zu bekommen. Insbesondere in Anbetracht der
zerstörten eigenen Infrastruktur, einer korrumpierten Polizei und
nach dem unsäglichen, erlittenen Leid und Demütigungen seitens
der Bevölkerung.
Das eigene Hemd ist den Amerikanern offensichtlich wichtiger, als das
Leid, Schmerz und Frustration eines geknechteten Volkes. Besonders störend
wirkt dies, weil die Amerikaner nicht offen ihre pragmatische Politik
eingestehen und zugeben, lediglich ihre ureigenen wirtschaftlichen und
nationalen Interessen zu vertreten. Dauernd wird von demokratischen Werten
und der Menschenwürde gesprochen, die es zu verteidigen gilt. Diese
ethischen Werte gilt es tatsächlich zu schützen. Doch wer sich
deren Verteidigung anmasst, sollte selbst ein echtes Vorbild sein, sonst
kommt die Botschaft in den falschen Hals. Das Resultat sehen wir im Irak.
Massenvernichtungswaffen wurden im Irak keine gefunden. Die lächerlichen
Raketen, die schon vor dem Einmarsch zerstört wurden, könnte
ein ETH-Student in Ingenieurswissenschaften noch vor seinem Abschlussexamen
konstruieren. Die einzigen unerlaubt gebauten, modernsten Massenvernichtungswaffen
inklusive der ultrazerstörerischen Neutronenbombe besitzt im Nahen
Osten ausschliesslich ein Land und die ganze Welt kennt seinen Namen.
Israel hat eigene, nationale Interessen immer konsequent verfolgt und
sich über die Weltmeinung stets arrogant hinweggesetzt, wenn es im
Rahmen der eigenen Sicherheit handelte. In Militärkreisen ist es
Allgemeinwissen, dass Israel höchst wahrscheinlich auch über
chemische- und biologische Massenvernichtungswaffen verfügt. Die
beobachtete Hysterie vor Gasangriffen seitens der israelischen Bevölkerung
während dem Irak-Krieg wurde auf das Trauma der Gaskammern vor 60
Jahren zurückgeführt. Vielleicht lauten die wahren Gründe
etwas anders. Es sind die eigenen Chemiewaffen, die wohl behütet
in israelischen Geheimdepots ruhen?
UNO
als Feigenblatt für Dummköpfe
Auch das hehre Argument, man hätte den Irak bestrafen müssen,
weil er UNO- Resolutionen nicht eingehalten habe, tönt aus dem Munde
der Amerikaner wie reiner Zynismus. Meinen die Amerikaner wirklich, der
Rest der Welt sei so dumm und hätte alle gegen Israel gerichteten
Resolutionen vergessen? Hoffentlich wird sich auch in den USA dieses Wissen
eines Tages durchsetzen. Ihre israelischen Busenfreunde haben auf jede
UNO-Resolution gepfiffen, gerade weil sie sich des Schutzes des übermächtigen
Amerikas sicher waren und es auch heute noch sind. Es wird Zeit, den Amerikanern
und Israel die Gelbe Karte zu zeigen. Auch die amerikanische Regierung
muss einsehen, Gesetz und Recht gilt für alle. Die nachfolgende Auflistung
der am US-Vetorecht gescheiterten UN-Resolutionen gegen Israel ist ein
Spiegelbild der Schande für Israel und seiner Schutzmacht USA. Vielleicht
wird diese Liste mal als wichtigste Quelle und Hauptgrund für den
Ausbruch des Dritten Weltkrieges zitiert werden. Und falls die Geschichtsbücher
nicht nochmals massgeblich von den Amerikanern geschrieben werden, dann
sieht es bestimmt böse aus für die Achse der Arroganz.
Res.
57 u. Res 59 (18. Sept., 19. Okt. 1948) wegen der Ermordung von Graf Folke
Bernadotte durch die Zionisten.
Res.
61 (4. Nov. 1948) Der Security Council verlangt die Rücknahme israelischer
Truppen.
Res.
89 (17. Nov 1950) Aufforderung an Israel, Friedensverhandlungen durchzuführen.
Res.
92 (8. Mai 1951) Aufforderung an Israel, das Feuer an der demilitarisierten
Zone an der syrischen Grenze einzustellen.
Res.
100 (27. Okt 1953) Aufforderung an Israel, die Wasserabgrabungen bei Hawlah
einzustellen.
Res.
101 (24.Nov. 1953) Verurteilung Israels wegen dem Massaker in Qubiya im
Okt. 1953)
Res.
106 (29. März 1955) Verurteilung Israels wegen Massaker und Aggression
im Gazastreifen.
Res.
111 (19. Jan 1956) Verurteilung Israels wegen Aggression auf syrischem
Staatsgebiet (Tiberius-See)
Res.
237 (14. Juni 1967) Aufforderung an Israel, die Menschenrechte bei Kriegsgefangenen
einzuhalten.
Res.
248 (24. März 1968) Verurteilung Israels wegen militärischer
Aggressionen in Karama (Jordan)
Res.
256 (16. Aug.1968) Verurteilung Israels wegen militärischer Aggressionen
in Salt (Jordan)
Res.
262 (31. Dez.1968) Verurteilung Israels wegen militärischer Aggressionen
gegen den internationalen Flughafen in Beirut.
Res.
271 (15. Sept. 1969) Verurteilung Israels wegen dem Vorfall (Massenmord)
in der al-Aqsa Moschee. Interessanterweise wird der Massenmord selbst
NICHT verurteilt.
Res.
280 (19.Mai 1970) Verurteilung Israels wegen kontinuierlichen militärischen
Aggressionen gegen den Libanon.
Res.
316 (29. Juni 1972) Verurteilung Israels wegen militärischer Aggressionen
im Libanon und die Aufforderung, syrische Gefangene freizulassen.
Res.
317 (21. Juli 1972) Verurteilung Israels wegen seiner Weigerung, Res.
316 zu erfüllen.
Res.
332 (21. Apr. 1973) Verurteilung Israels wegen wiederholter militärischer
Aggressionen gegen den Libanon. Verurteilung Israels wegen Gefährdung
von Zivilisten und des internationalen Luftverkehrs.
Res.
337 (15. Aug. 1973) Verurteilung Israels wegen ständiger Verletzung
des libanesischen Staatsgebietes. Verurteilung Israels wegen Entführung
eines libanesischen Zivil-Flugzeuges, welches an den Irak verliehen wurde.
Res.
452 (20. Juli 1979) Verurteilung Israels wegen militärischer Operationen
und der imperialistischen Expansionspolitik auf besetzten arabischen Gebieten,
inkl. Jerusalem. In anderen Worten, die völkerrechtswidrige Siedlungspolitik
Israel auf geraubten Boden wurde bereits 1979 verurteilt und wie man weiß,
bis heute ohne jeden Erfolg.
Res.
468 (8. Mai 1980) Aufforderung an Israel, alle illegalen Maßnahmen,
wie u.a. alle Deportationen in Hebron und Halhoul zu unterlassen. Und
wie man heute weiss, wurden auch diese UNO-Resolutionen bis heute völlig
ignoriert.
Res.
469 (20. Mai 1980) Verurteilung Israels wegen Nichtbefolgung der Res.
468.
Res.
573 (4. Okt. 1985) Verurteilung Israels wegen militärischer Aggressionen
und Operationen in Tunis. Die Folge waren schwere zivile und materielle
Verluste. Die UNO wurde angewiesen, Massnahmen gegen Israel zu treffen
die eine Wiederholung verhindern.
Res.
592 (8. Dez. 1986) Betrifft die Verurteilung Israel's Armee wegen militärischer
Aktionen (Massaker) gegen Studenten an der Bir Zeit Universität.
Res.
605 (22. Dez. 1987) Verurteilung Israels wegen wiederholter Missachtung
der Menschenrechte in den besetzten Gebieten. Verurteilung Israels wegen
ständiger Verletzung der in Genf definierten Menschenrechte für
Zivilisten in Kriegsgebieten.
Res.
607 (5. Jan 1988) Nochmalige Verurteilung Israels wegen der Deportation
palästinensischer Zivilisten von den widerrechtlich besetzten Gebieten.
Res.
608 (5. Jan. 1988) Abermalige, offenbar fruchtlose Verurteilung Israels
wegen der Deportation palästinensischer Zivilisten von den widerrechtlich
besetzten Gebieten.
Res.
611 (25. Apr. 1988) Abermalige Verurteilung Israels wegen militärischer
Aggressionen und Operationen in Tunis am 16. April 1988 in Khahil al Wazir.
Die Folge waren schwere zivile und materielle Verluste. Die UNO wurde
angewiesen, Maßnahmen gegen Israel zu treffen die eine Wiederholung
verhindern.
Res.
636 (6. Juli 1989) Abermalige, offenbar fruchtlose Verurteilung Israels
wegen der Deportation palästinensischer Zivilisten von den widerrechtlich
besetzten Gebieten. Und die Aufforderung, weitere Deportationen zu unterlassen.
Res.
641 (30 Aug. 1989) Abermalige, offenbar fruchtlose Verurteilung Israels
wegen der Deportation palästinensischer Zivilisten von den widerrechtlich
besetzten Gebieten. Und die offensichtlich fruchtlose Aufforderung an
Israel, alle bisher Deportierten zu repatriieren.
Auffallend
ist, dass die Anti-Rassismus-Resolutionen 242 und 243 aus den Akten der
UNO "verschwunden" sind. Wer hat wohl hinter den Kulissen fleissig
daran gearbeitet.
Hat Amerika oder die UNO dem Staat Israel jemals mit Krieg gedroht - im
Gegensatz zum Irak - weil Israel die Mehrzahl der gegen die eigene Nation
verhängten UN-Resolutionen nicht eingehalten hat? Die Antwort ist
"Nein". Es scheint, auf der ganzen Welt gibt es nur zwei Länder,
die glauben, sich beinahe alles erlauben zu dürfen und selbst über
dem Gesetz zu stehen. Wie sind wir Durchschnittssünder aber froh,
dass es sich bei diesen beiden Staaten glücklicherweise um die "Achse
der Guten" handelt.
Damit jetzt nicht der falsche Eindruck aufkommt, ein Antisemit habe diese
Zeilen geschrieben, lesen sie doch mal, wie eine mutige und engagierte
Israelin genau dieses Unrecht anprangert. Diese Frau wohnt in Israel und
liebt ihr Land aufrichtig. Sie wünscht sich eine Zukunft für
alle. Ein wahrhaftiges Zusammenleben in Toleranz und nicht auf purer Waffengewalt
basierend. Diese mutige Frau glaubt an eine Zukunft in Frieden und es
freut mich, Frau Felicia Langer wörtlich zu zitieren:
Rede
der israelischen Rechtsanwältin und Trägerin des Alternativen
Nobelpreises, Felicia Langer, auf dem Ostermarsch 2001 in Stuttgart:
Liebe
Freunde
Die USA und die Welt haben jetzt den Präsidenten George Bush, den
das Schicksal unseres Planeten "nichts angeht", weil das Entscheidende
für ihn die "American economy" ist. Wir, die Israelis in
Nahost, haben Scharon, einen berüchtigten Kriegstreiber, mit einer
düsteren Vergangenheit. Unsere Friedensbewegten haben die Regierung
als "für die Zukunft des Landes gefährliche Regierung"
bezeichnet, "in welcher ungeschminkte Rassisten Seite an Seite mit
schamlosen Opportunisten und prinzipienlosen Abenteurern Ministersessel
innehaben".
Wir haben auch einen Außenminister Schimon Peres als Feigenblatt;
er macht schon jetzt P.R.-Arbeit für die aggressive Politik Scharons.
Eine Schande für den Friedensnobelpreis! In den von Israel besetzten
Gebieten tobt seit 6 Monaten ein Volksaufstand, eine neue Intifada gegen
die israelische Besatzung und Annexion, die seit 34 Jahren andauern. So
ein Aufstand gegen Fremdherrschaft und Unterdrückung ist vor dem
Völkerrecht gerechtfertigt.
Der Funke für den Aufstand war der provokative Besuch Scharons auf
dem Tempelberg am 28. September 2000, aber nur der Funke. Das Pulverfaß
war voll geladen mit allgemeinem Frust und Enttäuschung der Palästinenser,
die 9 Jahre vergeblich auf die Früchte des Friedens gewartet haben.
Permanente und massive, völkerrechtswidrige israelische Besiedlung
der Gebiete, Landenteignung, Wasserknappheit, wobei Israel 83% des Wassers
in den besetzten Gebieten kontrolliert und davon 80% für sich nimmt,
Erniedrigung und Schikanen an Strassensperren, zerstückelte, Bantustan-ähnliche
Gebiete, die die Palästinenser zurückbekommen haben, Häuserzerstörungen,
totale ökonomische Abhängigkeit, Einschränkung der Bewegungsfreiheit.
Diese Apartheid-ähnliche Situation hat die Explosion verursacht.
Der Friedensprozeß hat seinen Namen nicht verdient, er hat vielmehr
Israel gedient als Deckmantel für die Schaffung vollendeter Tatsachen
wie Landraub und Siedlungsbau, als ständige Provokation für
die Palästinenser! Anstatt die klare Botschaft der Intifada wahrzunehmen
und die besetzten Gebiete zu räumen, völkerrechts- und UNO-Resolutionen-entsprechend,
hat Israel mit aller Macht und mit exzessiver Gewalt reagiert, hat Hunderte
Palästinenser, darunter Hunderte Kinder, vorsätzlich getötet
und viele Tausende verletzt, Städte und Ortschaften mit ihrer zivilen
Bevölkerung mit Raketen beschossen und tut das alles auch weiterhin.
Der UNO-Sicherheitsrat und die Generalversammlung ebenso wie die UNO-Menschenrechtskommission
haben die exzessive Gewaltanwendung Israels gegen die Palästinenser
verurteilt. Der UNO-Sicherheitsrat hat Israel aufgefordert, als Besatzungsmacht
allen Zivilisten Schutz zu bieten, der Genfer Konvention entsprechend.
Ich möchte betonen, dass jede Gleichsetzung der beiden Seiten total
fehl am Platze ist. Israel ist die stärkste Militärmacht der
Region und die andere Seite, die seit 34 Jahren unter Besatzung lebt,
ist mit Steinen und einigen Hundert Gewehren ausgerüstet. Die schrecklichen
Zahlen sprechen für sich: mehr als 400 getötete Palästinenser,
65 tote Israelis. Jeder Tote ist ein Toter zuviel und ich verurteile aufs
Schärfste die Terroranschläge in Israel. Aber ein Ritual von
Verurteilungen wird gar nichts ändern, weil Israel mit seiner Politik
den Boden für Gewalt bereitet hat und dies jetzt noch heftiger tut.
Die palästinensischen Gebiete werden belagert, voneinander isoliert
und ghettoisiert. Verwundete, Kranke und schwangere Frauen in den belagerten
Dörfern haben keine Möglichkeit, in Krankenhäuser zu gelangen.
Menschen sind bereits an Straßensperren gestorben, als Soldaten
ihnen die Passage verweigerten. Killer-kommandos richten Palästinenser,
die sie als Terroristen bezeichnen, regelrecht hin, manchmal durch Hubschrauberangriffe.
Die Israelis machen sich zu Richtern und Vollstreckern in einer Person.
Einer der Hingerichteten, Dr. Thabet el-Thabet aus Tulkarem, war ein bekannter
Friedensaktivist, der mit unseren Friedenskräften kooperiert hat.
Er wurde am 31. Dezember 2000 exekutiert.
Israel bombardiert als Vergeltung für Anschläge oder Schüsse
gegen die Siedlungen in den besetzten Gebieten Wohngebiete der Palästinenser,
wobei Menschen sterben, zerstört Häuser und Fabriken, entwurzelt
Tausende von Obst- und Olivenbäumen, zerstört die Infrastruktur,
die mühsam entstanden ist. Es herrschen Armut und Elend wie nie zuvor.
Unsere Friedensgruppen, nur die konsequenten unter ihnen, Wehrdienstverweigerer,
Frauenorganisationen setzen sich gegen diese verbrecherische Politik ein.
Sie sind unsere Hoffnung auf Frieden, sie sind das andere Gesicht Israels
.
Die israelische Politik, die ich geschildert habe, könnte nicht ausgeübt
werden ohne die kolossale militärische und politische Unterstützung
der USA, die immer bereit sind, ihr Veto in der UNO einzulegen, wenn Israel
es verlangt.
Deshalb ist Israel imstande, die UNO-Resolutionen mit Arroganz zu ignorieren.
Deshalb ist die europäische Einmischung so wichtig und Solidarität
mit den Palästinensern und mit denjenigen bei uns, die sich für
Frieden mit Gerechtigkeit einsetzen. Solidarität muß fordern:
ein Ende der Besatzung und der Apartheid, Selbstbestimmung für das
palästinensische Volk, einen lebensfähigen palästinensischen
Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, Anerkennung des Rechts der Flüchtlinge
auf Rückkehr, dem Völkerrecht entsprechend. Dies ist keine antisemitische
Solidarität, dies ist eine Solidarität für Frieden Antiisraelisch
ist die Politik der Regierung, die zu einer Spirale der Gewalt führt,
bei der auch unsere Mütter und Väter ihre Söhne begraben.
Auch von Deutschland ist Einmischung erbeten, weil die Menschenrechte
und das Völkerrecht universal sind und auch für Israel Geltung
haben. Schweigen angesichts von Unrecht, wenn man den Opfern helfen könnte,
hat einen Beigeschmack von Mittäterschaft. Kritische Freundschaft
mit Israel ist gefragt, andernfalls ist sie Betrug. Man muß Rechtsradikalismus,
Rassismus, Antisemitismus bekämpfen, aber angesichts von Israels
Taten darf man nicht schweigen. Unsere Friedensbewegten wünschen
sich diese Einmischung! Sie wird ein Segen für sie sein! Ich appelliere
an Euch um Solidarität im Sinne der besten Traditionen der Friedensbewegung,
die gegen Vietnamkrieg und Apartheid ihre Macht gezeigt hat. Solidarität
ist die schönste Blume der Menschheit! Und Frieden ist das grundlegende
Menschenrecht! "
Ein Christ oder Moslem hätte diese grundehrliche, scharf formulierte
Analyse schwerlich schreiben können, ohne sofort als Antisemit eingeklagt
zu werden. Frau Langer hat aber Recht "Schweigen angesichts von Unrecht,
wenn man den Opfern helfen könnte, bekommt den Beigeschmack von Mittäterschaft."
Hatten wir das nicht schon mal in ganz erschrecklichem Ausmass bei uns
in Mitteleuropa?
Jeder Mensch auf dieser Welt hat die gleichen Rechte und Pflichten zur
Durchsetzung von Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden. Werte, die niemals
durch Geld oder irgend etwas anderes ersetzt werden können. Gerechtigkeit
verlangt nach Gerechtigkeit! Und dies nicht im Sinne einer versteckten
oder offenen Drohung. Es ist ein Naturgesetz. Wer es nicht begreifen will,
es nicht wahrhaben will, es verleugnen will, den holt die Gerechtigkeit
irgend wann mal ein. Das ganz Traurige ist, auf Erden bezahlen häufig
die Falschen die Zeche. Auch bei den künftigen Attentaten in den
USA, die so sicher kommen wie der Schnee in den Schweizer Alpen, werden
viele Unschuldige sterben.
Die echt Schuldigen, bestens geschützt von gut trainierten Sicherheitsbeamten
und Panzerwagen mit bestem Wohnsitz in Washington, New York oder Hollywood,
werden wohl weiterhin ihre politischen Intrigen spielen. Die tatsächliche
Schuld an all den zukünftigen toten Amerikanern, Deutschen, Franzosen,
Engländern, Italienern, Schweizern, Israelis und Palästinensern
können diese Schreibtischtäter aber nicht auf die bösen
Terroristen abwälzen und dabei ihre Hände in Unschuld waschen.
Ihre Parteilichkeit und ihr fehlender Gerechtigkeitssinn haben den Nährboden
für den aufkeimenden Terrorismus erst geschaffen.
Hoffentlich wird jedem Leser klar, hier geht es nicht in erster Linie
um die Verdammung zweier Nationen. Das Problem liegt viel tiefer. Die
Armut und Trostlosigkeit der 30iger-Jahre haben in Deutschland erst den
Nährboden geschaffen, der den Aufstieg eines Adolf Hitlers ermöglichte.
Die Situation in Palästina ist unglaublich schrecklicher. In solchen
Zeiten der Massenarmut, enormer Not, immenser Arbeitslosigkeit, trostloser
Perspektivlosigkeit und triefend von menschlichem Leid gedeiht das ganz
Böse. Hier findet der Hass seinen optimalen Nährboden. Dieses
Perpetuum Mobile des Hasses muss zerstört werden.
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