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Vielen Leuten fällt es schwer, dem Konflikt auch eine positive Komponente abzugewinnen. Konflikt bedeutet schlechthin das Gegenteil von Harmonie und ist daher klar negativ besetzt mit Assoziationen wie: Streit, Peinlichkeit, Hass und physischen- und psychischen Verletzungen. Auf Unternehmensstufe wird der Begriff Konflikt auch mit Produktivitätseinbusse, mangelnder Motivationsfähigkeit der Mitarbeiter und mit Intrigen verbunden. Es herrscht eine regelrechte Angst vor einer Konfliktkultur. Der allgemeine Tenor könnte so beschrieben werden: Je ruhiger die Situation, desto grösser die Harmonie und umso besser läuft es! Emotionale Intelligenz ist weltweit ein Schlagwort in der modernen Unternehmungsführung. Dies bedeutet aber keinesfalls "immer freundlich und nett sein", sondern verlangt die Fähigkeit andern zuhören zu können, andere Meinungen auch zu akzeptieren und die eigenen Ansichten ebenfalls mit Nachdruck zu vertreten! Nur so kommt der einzelne, die Unternehmung, die Gesellschadft oder die Völkergemeinschaft weiter. Ist dem aber tatsächlich so? Jede Medaille hat doch zwei Seiten. Meine Frau sagt immer, wenn es in einer Ehe zu keinen Streitgesprächen oder Meinungsverschiedenheiten mehr kommt, dann ist die Ehe mit grösster Wahrscheinlichkeit so ziemlich am Ende. Entweder hat sich ein Partner dem andern völlig untergeordnet, oder man ist gegenseitig zur Einsicht gelangt, sich nichts mehr zu sagen und lebt kurz und bündig aneinander vorbei. Und was in der Ehe gilt, könnte doch auch auf Unternehmensstufe seine Gültigkeit haben, denn auf der noch höheren Ebene der globalen Politik sind die Folgen einer nicht funktionierenden Konfliktkultur mit grossen Einbussen und persönlichen Beschränkungen in der Lebensqualität verbunden. Die Bedeutung einer funktionierenden Konfliktkultur wird weder vom politischen Bürger noch vom Management und seinen Mitarbeitern auf Betriebsebene richtig erkannt. Darum möchte ich Ihnen nicht auf theoretischer Basis, sondern anhand der Geschichte und der heute bekannten Weltlage, ganz konkrete Zusammenhänge aufzeichnen, die den einen oder andern unter ihnen überraschen dürften. Ich wähle bewusst ein paar ganz heisse Eisen aus, die harsche politische Reaktionen auch in der Schweiz ausgelöst haben und die Gemüter erhitzten. Anhand von echten Konflikten können wir am besten die Abläufe, die Stärken und Schwächen von gesellschaftspolitischen Strukturen und Nationen erkennen. Ich bin mir bewusst, einige dieser Themen sind provokativ und darum soll am Schluss, ein jeder seine freie Meinung äussern dürfen. Im Jahre 1789 hat die Französische Revolution mit Ihrer Botschaft: Liberté, Egalité et Fraternité" oder auf deutsch - Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit - zuerst Europa und später die ganze Welt aufgerüttelt. Diese Wahrheiten waren nicht mehr länger unterdrückbar. Die Privilegien der Aristokratie und der Kirche wurden endlich aufgebrochen und alle Bürger erhielten fortan die gleichen Grundrechte. Dieses Aufbrechen der verkrusteten Gesellschaftsstrukturen hat in den gut zweihundert vergangenen Jahren einen gesellschaftspolitischen Prozess eingeläutet, wie er früher nicht mal in der Phantasie denkbar gewesen wäre.
Seit 1789 sind in weiten Teilen der Welt unvorstellbare Fortschritte erzielt worden. In vielen Demokratien darf heute die eigene Meinung unverhüllt gesagt und publiziert werden. Als Schweizer war ich stolz darauf, dass die Meinungs- und Redefreiheit in der Bundesverfassung verankert ist. Ein jeder konnte seine Meinung wirklich unverhohlen kundtun und nach Herzenslust auch die eigene Regierung kritisieren. Wir waren freie Schweizer, bis im Januar 1995 durch den Einfluss der gesellschaftspolitischen Entwicklung in den USA, das Antirassismus-Gesetz eingeführt wurde. Heute gilt es aufzupassen, seine eigene Meinung in der Öffentlichkeit preiszugeben. Die einen nennen dies, mit dem Zeitgeist gehen; für die andern ist es ein Schritt zurück in die Zeit der verpassten Maulkörbe? Jedes Gesetz, welches die Meinungsäusserung einschränkt, wirkt zweischneidig, auch wenn es mit noch so guten Absichten verabschiedet wurde. Kommen wir zurück zum Rassismus Artikel. Dieses Gesetz wurde in der Schweiz unter anderem auch zum Maulkorbgesetz für den Tierschutz. Da in der Schweiz das Schächten verboten ist, muss vom lebenden Tier entblutetes Fleisch importiert werden. Religiöse Kreise wollten aus Kostengründen dieses Schächtverbot zu Fall bringen. Den
meisten Zeitgenossen ist nicht bekannt, das Schächten war in der
Frühzeit der Menschheit die humanste Art des Tötens. Zur Zeit
des Alten Testamentes, dessen älteste Teile bereits 2000 Jahre vor
der Geburt Jesus Christus niedergeschrieben wurden, war das Judentum in
dieser Hinsicht eine sehr aufgeklärte, ja moderne Ethnie. Unsere
keltischen- und germanischen Vorfahren erschlugen damals die Tiere noch
mit Knüppeln und Steinen. Was
gilt es zu verteidigen? Die Freiheit wird in der Demokratie zwangsläufig von einigen missbraucht. Dekadente Tendenzen, vor allem in freizügigen Gesellschaften, können zu negativen Gesellschaftsentwicklungen führen. Da aber Freiheit herrscht, werden solche fehlgeleiteten Entwicklungen bei genügend grosser Empörung durch die Volksmehrheit und mit gesetzlichen Mitteln wieder ins rechte Lot gerückt. In der Diktatur und bei absoluten Gesellschaften funktioniert dieses Regulativ nicht und die Gesellschaft verliert an Kreativität und Elan. Solche Nationen verlieren den Anschluss an freiheitlich entwickelte Nationen in jeder Beziehung. Eine freiheitliche Gesellschaftsordnung mit der ihr inhärenten Toleranz muss darum auch einen gewissen Grad an Dekadenz und Missbrauch verkraften können. Dies ist immer noch der bessere Weg, als nach der Pfeife eines Diktators, einer allmächtigen Partei oder Kirche tanzen zu müssen. Eine absolutistische Gesellschaft verkrustet und verliert an Dynamik. Offenheit wird bestraft und der Einzelne zeigt aus Angst und Vorsicht weniger Initiative und Spontaneität oder verleugnet sogar seine wahren Ansichten. Als negatives Beispiel aus unserer europäischen Geschichte sei die allmächtige katholische Kirche erwähnt. Im Mittelalter hat sie mit den Mitteln ihrer Allmacht die Aufklärung vehement gebremst. Mit der Inquisition wurde jeder Ketzer oder Andersdenkenden unter schrecklichsten Folterungen zum Schweigen gebracht. Erst mit dem Aufkommen des Protestantismus musste die bisher allein herrschende katholische Kirche das Glaubensmonopol aufgeben und in Konkurrenz mit andern Glaubensgemeinschaften treten. Das Zerbrechen dieses religiösen Monopols konnte aber auch nicht verhindern, dass im 20 Jahrhundert die grösste und abscheulichste religiöse Verfolgung stattfand, die mit der Judenvernichtung und dem Tod von 6'000'000 Frauen, Kindern und Männern einzig und allein wegen ihrer Glaubenszugehörigkeit endete. Und die protestantische Kirche trägt dabei mindestens soviel Schuld wie die katholische, bei der wenigstens einige mutige Priester den Aufstand wagten. Natürlich gibt es keine absolute Freiheit im idealistischen Sinne. Wenn eine Person oder Institution mächtig ist, nicht machtvoll im Sinne von gut und erleuchtet, einfach mächtig im Sinne des politischen Gewichtes, dann geniesst sie auch heute noch ein bisschen mehr "Freiheit". Dies gilt nicht nur in Diktaturen sondern auch bei uns aufgeklärten Menschen in den westlichen Demokratien. Die Mächtigen bestimmen auch bei uns mehr oder weniger, was aufs Tapet kommt und was gefälligst Tabu bleibt. Und einem Mächtigen tritt man nicht gerne auf den Fuss, man könnte ja einen ganz bösen Tritt abbekommen.
Eines der traurigsten Kapitel der Menschheitsgeschichte war die Sklaverei. Offiziell ist sie weltweit geächtet. Auch die Privilegien der Aristokratie haben nur noch in ganz wenigen Ländern überlebt. Doch im Sudan gibt es auch heute noch muslimische Banden, die im eigenen Lande christliche und mohammedanische Afrikaner versklaven und gegen Lösegeld verkaufen. Die Frauen werden selbstverständlich vorher noch vergewaltigt. Ein bisschen Freude muss ja sein. Wir dekadenten Westeuropäer kaufen diese Sklaven dann wiederum mit Steuergeldern oder Kollekten frei. Anstatt mit dem gleichen Geld die Sklavenhalter und den Unrechtsstaat, der solche Missetaten toleriert, kurz und bündig zu bestrafen. Stellen sie sich mal vor, wie wohl der israelische Geheimdienst Mossad gegen diese Sklavenhändler und Schänder vorginge, wenn sie deren Glaubensschwestern versklaven und vergewaltigen würden. Der Mossad würde dieses Ungeziefer liquidieren und sind wir doch ehrlich, solch ein Handeln würde uns begeistern. Warum schauen wir Westler dauernd nur zu? Sind wir wirklich so feige und dekadent geworden? Solch eine offensichtliche Menschenverachtung wie in Afrika praktiziert, wird in der Ersten Welt nicht mehr toleriert. Aber ganz genau nehmen wir es auch hier mit der Gleichheit nicht. Wir müssen nicht immer nur auf die "Unterentwickelten", also auf die Dritte Welt zeigen oder die Kinderarbeit und das Kastensystem in Indien erwähnen. Schauen wir mal unsere Erste Welt an, unsere Demokratien, die ja die gerechtesten aller möglichen Staatsformen verkörpern und wo die Menschenrechte gemäss unseren Vorstellungen am besten geschützt sind. Die grösste Weltmacht, die mit ihren militärischen Mitteln, den Rest der gesamten übrigen Welt Dutzendfach vernichten könnte, dehnt heute den Begriff der Gleichheit, wenn es nicht in ihrem Interesse liegt. Europa verdankt diesem gleichen Amerika aber auch die Befreiung vom Faschismus und wir dürfen gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn das Dritte Reich gesiegt hätte. Amerika blieb nach dem Zweiten Weltkrieg als wahre Schutzmacht in Europa und hat alle Gelüste der Sowjetmacht nach vermehrter Einflussname in Westeuropa vehement und erfolgreich untergebunden. Wir Europäer schulden Amerika dafür Dank ohne wenn und aber. Und einen Punkt möchte ich besonders erwähnen. Was mich im Geschichtsunterricht am meisten beeindruckte, war nicht die militärische Tapferkeit des amerikanischen Soldaten, da habe ich die Russen und Deutschen höher eingestuft. Es war der Anstand der Amerikaner gegenüber Gefangenen. Die Amerikaner wie auch Engländer haben auch in der düstersten Zeit des Zweiten Weltkrieges ihre Kriegsgefangenen nicht gefoltert und verhungern lassen, sondern tatsächlich human behandelt. Wahre Grösse zeigt sich in der Behandlung der Schwächsten und Schutzlosen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben unter den Präsidenten Roosevelt und Truman im Krieg und auch in der Nachkriegszeit wahre Grösse gezeigt. Was mir am allermeisten Hochachtung abrang, war die grossmütige Haltung des Siegers Amerika und seiner Bevölkerung gegenüber Deutschland wie auch Japan. Die Quäker und viele andere Kirchen der Vereinigten Staaten haben 10% ihres Einkommens als Spende für die Vertriebenen und Hungernden in Deutschland und Japan geopfert. Dieser Grossmut und aussergewöhnliche noble Haltung gegenüber den Besiegten, hat in Europa und Japan einen grundlegenden Wandel eingeleitet. Kein Revanchismus, der nach dem Ersten Weltkrieg Deutschland ausbluten und die Bevölkerung beinahe verhungern liess und erst den Nährboden für einen noch härteren Extremismus vorbereitete. Nein, Güte und menschlicher Anstand wurden zum Nährboden für Demokratie und Freiheit. In diesen Tagen war der American way of life ein Sinnbild und Leitmotiv für viele Menschen auf der ganzen Welt. Und Amerika genoss ein Prestige, nicht nur auf seiner Macht und Reichtum basierend. Amerika genoss ein viel höheres Prestige, Amerika war in unseren Herzen. Seit der Existenz Israels im Jahre 1947 hat die UNO Dutzende von Resolutionen mit überwältigender Mehrheit von jeweils bis zu 90 -95% aller Stimmen gegen Israel verabschiedet. Israel hat sich nie einen Deut darum gekümmert, da die USA automatisch von ihrem Veto-Recht Gebrauch machten und Notfalls auch militärischen Schutz gewährleisteten. Gerade dieser unverblümte Missbrauch des Veto-Rechtes seitens der Vereinigten Staaten von Amerika verunmöglicht das Recht auf Gleichheit für alle. Dieses dauernde Veto der Amerikaner verhindert die Durchsetzung der Menschenrechte und des Völkerrechts in Israel und Palästina und begründet auch im neuen Jahrtausend die Entrechtung und Vertreibung der Palästinenser. Dieser unverhüllte Missbrauch der Stärke und die vorgelebte Arroganz gegenüber dem Mohammedaner und den islamischen Staaten führt unweigerlich zum Dritten Weltkrieg. Es ist überfällig, einige mutige Politiker müssen diesen Sachverhalt im Klartext dem amerikanischen Volk beibringen. Die USA müssen ihr Unrecht einsehen und endlich harten Druck auf Israel ausüben. Denn sie sind die einzigen, die über genügend Macht verfügen, um Israel zum Einlenken zu zwingen. Ohne Zwang wird es keinen Frieden geben. Die Zeit der Worte sind bald vorbei. Die Aushebelung der Menschenrechte auf Freiheit und Gleichheit und die völlige Missachtung der Brüderlichkeit im Nahen Osten ist Öl aufs Feuer des Hasses. Die Behandlung der Palästinenser als Menschen Zweiter Klasse über Jahrzehnte hinweg hat einen ohnmächtigen Zorn und Ingrimm bei allen muslimischen Staaten hervorgerufen. Da diese Länder gegen die hochgerüsteten und klar überlegenen westlichen Gegner den direkten Kampf nicht aufnehmen konnten, verlagerte sich der Krieg in den Untergrund. Dies führte zu einer Radikalisierung und Fanatisierung des Islams gegenüber dem gesamten Westen. Eine ähnliche Radikalisierung, wie man sie in den Jahrzehnten vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beobachtet hätte, die zum Aufstieg der Nazis, mit den schrecklichen Folgen von rund 80 Millionen Toten führte. Das zweibändige Werk "Die UNO-Resolutionen zum Nahost-Konflikt" dokumentiert mehrere Dutzend Verurteilungen Israels durch die Weltorganisation. (Berlin-Verlag, Band 1 und 2). Es liest sich als eine Chronik von ständigen Völkerrechtsverletzungen und Menschenrechts-Untaten. Man glaubt es beinahe nicht, aber Israel wurde rund 70 mal von der UNO wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt. Die USA und das Judentum zählen in etwa 290 bis 300 Millionen Menschen, das sind rund 5% der Weltbevölkerung. Aber diese 5% drücken ihre Interessen rücksichtslos durch und vergewaltigen den Rest der Welt. Sie stellen sich über das Recht. Und wehe dem, der sich Ihnen entgegenstellt. Er oder sie wird sofort als antisemitisch, oder kommunistisch voreingenommen abgestempelt. Nur in ganz wenigen Ausnahmen hat die USA bei Verurteilungen Israels vom Veto-Recht Abstand genommen. Niemals aus Einsicht oder Anstand, sondern immer nur aus taktischen und politischen Überlegungen. Eine der letzten Ausnahmen war, als die USA als Gegenleistung beispielsweise die Zusage der arabischen Staatengemeinschaft für einen Angriff auf den Irak benötigte. Das archaische Gesetz "Zahn um Zahn, Auge um Auge" bringt die Welt mit Bestimmtheit nicht weiter. Die Potenzierung dieses teuflischen Gesetzes wird aber unerträglich. Das dies auf die Dauer nicht gut geht, sollte auch dem Unbedarftesten einleuchten. Irgendwann kommt immer die Abrechnung, ob man es will oder nicht. Mein Vater pflegte zu sagen: "Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt." Die Gleichheit des Menschen ist unabhängig von Rasse, Geschlecht und Religion. Dies gilt nicht nur in den USA, Westeuropa und allen freien Ländern. Dies sollte überall gelten und ganz besonders bei Ländern, die vom freiheitsliebenden Amerika subventioniert und militärisch gestützt werden. Die offensichtliche Missachtung der Gleichheit der Palästinenser gegenüber den Israelis empört jeden aufrichtigen Menschen gleich welcher Rasse oder Religion. Die Araber und Muslime aller Welt treibt die aufgestaute Wut zu Verzweiflungstaten. Denn sie sehen nicht nur die Missachtung der Menschenrechte ihrer Glaubensbrüder, sie sehen was noch viel gefährlicher ist, eine Missachtung des Islams. Die verfehlte Politik von Amerika und Israel schadet auch allen Europäern und Christen. Der Hass der fanatisierten Muslime differenziert nicht. Er richtet sich gegen alles, was westlich erscheint. Heute werden selbst die Vertreter der UNO im Irak und Afghanistan entführt und getötet, obwohl doch diese beiden Länder auch Mitgliedstaaten sind. Die klare Absage bedeutender europäischer Staaten am Irak Krieg teilzunehmen, hat sicherlich geholfen, wenigstens den gemässigten Muslimen aufzuzeigen, dass es nicht nur einen Westen gibt. Die Amerikaner müssen schleunigst begreifen, eine Al Kaida kann niemals mit militärischen Mitteln bekämpft werden. Der Nährboden wird der Al Kaida nur entzogen, durch eine humanistische und aufrichtige Politik gegenüber den Arabern im Nahen Osten. Es würde mich interessieren, wie die Amerikaner reagierten, wenn die spanisch sprechende Minderheit der Mexikaner in den USA plötzlich die Macht übernähme. Spanisch als offizielle und einzige Amtssprache und den Katholizismus als Staatsreligion einführten. Die totale Macht in der Armee übernähmen und den Amerikanern noch ein paar Steinschleudern als Waffe des Protestes überliessen. Der Amerikaner ist nicht böse. Er ist einfach zu träge und zu unbedarft, um sich so etwas vorstellen zu können. Was bei Fox oder in der CNN nicht berichtet wird, existiert nicht. Und trotzdem hat dieses Land die meisten Nobelpreisträger der Welt. Diese Leute sind alle blitzgescheit. Warum stehen diese Persönlichkeiten nicht auf und öffnen ihren eigenen Landsleuten die Augen? Nichts ist zementiert! Mit echt gutem Willen lässt sich auch Unmögliches lösen. Die Berliner-Mauer und der Kommunismus in Osteuropa waren eine der traurigsten Konsequenzen und Überbleibsel des Zweiten Weltkrieges mit seinen 80 Millionen Toten. Diese Nachkriegs-Gesellschaftsordnung schien wie eingebrannt in Europa. Es überstieg kurz und bündig unsere Vorstellungskraft, ein einziger Mann - Michail Gorbatschow - könnte diese verkrusteten Strukturen endgültig aufbrechen und Europa dadurch von einem weiteren äusserst blutigen Krieg verschonen. Wer hätte gedacht, der letzte Dorn im Herzen Europas, der Schandfleck Berlinmauer würde so leicht und rasch fallen? Wer stellte sich vor, dass sich die Europakarte in ganz wenigen Jahren so völlig verändert und neue Farbflecken erhält? Wer kannte 1980 schon das Baltikum, geschweige wo es liegt? Namen wie Litauen, Lettland und Estland waren vielen unbekannt. Heute sind es souveräne Staaten. Mit Bestimmtheit wird die erdrückende Mehrheit in den USA zwischen Slowakei und Slowenien nicht unterscheiden können. Und wie die Karte schlussendlich im Balkan aussieht, steht noch in den Sternen. Nichts ist ewig, alles ist in Evolution begriffen. Alle Unrechtsstaaten sind besiegt worden! Sei es von aussen oder durch innere Kräfte. Die Egalité kommt zurück. Auch in den Nahen Osten und dann werden noch andere Regimes grosse Änderungen erfahren. Ganz sicher werden Israel und die USA betroffen sein, ob sie es wollen oder nicht. Der Kommunismus ist wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Der USA-Israel-Egoismus wird auch noch seinen Denkzettel abbekommen. Dies ist keine Drohung, dies ist ein Naturgesetz.
Grosse gesellschaftliche Umwälzungen haben stattgefunden. Begriffe wie Asylpolitik, oder die weltweite Unterstützung der Dritten Welt durch internationale Organisationen und die Direkthilfe der reichen Länder an einzelne Staaten der Dritten Welt sind wichtige Schritte in Richtung gelebter Brüderlichkeit. Hat sich der Begriff der Brüderlichkeit aber auch im Alltag beim Normalbürger durchgesetzt? Nach dem Zweiten Weltkrieg, so anfangs der sechziger Jahre hat auch die weisse Bevölkerung nach gewalttätigen Unruhen in den USA begriffen, ein weisser und ein schwarzer Mensch können brüderlich in der gleichen Sitzreihe im Buss sitzen. Die Südafrikaner, die noch nicht so weit waren, wurden mittels politischem Druck und weltweiter Ächtung zur Aufgabe der Apartheid gezwungen. Die USA sind überzeugt, aber noch stärker Israel, ein von Gott auserwähltes Land oder Volk zu sein. Darum sollte der American way of life vorsorglich auf der ganzen Welt eingeführt werden. Und wer nicht freiwillig mitmacht, dem wird ein bisschen nachgeholfen. Die USA haben ein Holocaust-Museum in New York aber nirgendwo ist mir ein Museum, über das ganz und gar nicht ruhmreiche Kapitel der Sklaverei in den Vereinigten Staaten bekannt. Wenn Brüderlichkeit soviel bedeutet: Wie kann ich meinen Nächsten melken? Mit wenig Aufwand möglichst viel vom Schwächeren herauspressen? Dann pfeifen wir Europäer und wahrscheinlich auch der Rest der Welt gerne auf den American way of life. Wenn das grösste Glück, das einem Normalbürger in den USA widerfahren kann, das Einfangen eines Lungenkrebses durch aktives oder passives Rauchen ist, um die Tabakindustrie auf Millionenhöhe zu verklagen, dann gute Nacht Amerika. Nicht Brüderlichkeit bestimmt den Alltag in der Welt und vor allem nicht in den USA. Verlassen wir jetzt die Betrachtungen über die Erste Welt, bei der auch nicht alles rosig ist und schauen wir andere Länder und Kulturen an. Die Begriffe Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind zweihundert Jahre nach ihrer Proklamation in vielen Ländern dieser Erde reine Makulatur geblieben. In einem Stern Gespräch mit dem syrischen Schriftsteller Rafik Schami über die kulturelle Ödnis in der arabischen Welt antwortet dieser auf das Stern Statement: "Mittelalterlich klingt eine Meldung aus Saudi-Arabien vom vergangenen Jahr: Da wollten sich Frauen vor einem Gebäudebrand retten, sie liefen auf die Strasse, doch sie wurden von Religionspolizisten mit Schlägen ins Feuer zurückgetrieben. Der Grund: Sie waren nicht verschleiert. Alle kamen ums Leben." "Ich könnte heulen! Aber das ist genau unser Anteil an der eigenen Schuld. Wir liefern solche grausamen Bilder. Unser Anteil an der Dummheit, Engstirnigkeit ist beklemmend gross. Es ist nicht der Westen, nicht der Imperialismus, der sagt: Steinigt diese Frau. Das sind lokale Gerichte, die diese Barbarei beschliessen. Der Wert eines Menschen wird verschleudert. Das Mittelalter war noch eine Gnade. Ehre, Freiheit, heute kommen die Rechte des Individuums nur in Gedichten vor." Die Araber müssen sich an der eigenen Nase reiben, wenn Israel trotz aller seiner Sünden und begangenen Untaten, noch immer als Musterknabe im Nahen Osten dasteht. Eine solche Menschenverachtung gegenüber den Frauen ist schreiend und abscheulich. Wer kann schon einer lebenden Kreatur und unschuldigem Menschen solch einen qualvollen Tod wünschen? Diese wahnsinnigen, vom Dogma zerfressenen Religionshüter haben eigene Landsleute und Glaubensschwestern in den Flammentod geprügelt. Wie würden diese Bestien gegen uns Andersgläubigen vorgehen, wenn sie Oberhand bekämen? Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind in vielen islamischen Staaten absolute Fremdbegriffe. Aber genau diese drei schon in der Französischen Revolution proklamierten Forderungen sind göttliche Werte. Jede Gesellschaft, die sie zu lange mit den Füssen tritt, bekommt die Abrechnung. In Europa haben sie sich in einer kontinentalumspannenden Revolution durchgesetzt. Aber es mussten zuerst Abertausende sterben. Vielleicht muss es im Nahen Osten tatsächlich zuerst krachen, bis einigen Knallköpfen die Augen aufgehen. |
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